Kerak

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Kerak Ausblick


Kerak

Kerak ist eine 1142 bis 61 von Payen le Bouteillier (ein Franke, der das Ostjordanland verwaltete) erbaute Kreuzritterfestung. Auf 900m ü.d.M. kann man von hier aus ringsherum
den Horizont im Auge behalten. Die Stadt Kerak war laut Altem Testament einst die Hauptstadt der Moabiter. In der byzantinischen Ära wurde Kerak Bischofssitz und führte ein Kloster.

Die Burg wurde damals als wichtige Stätte für die Pilger- und Handelsreisen zwischen Mekka und Damaskus genutzt. Der Herrscher von Kerak, Balduin II, starb, als sein Nachfolger gerade
einmal 13 Jahre alt war und an Lepra erkrankt war. Dennoch führte der Junge mit Saladin Friedensgespräche. Aber die Lepra raffte ihn dahin und ein skrupelloser, französischer Kreuzritter,
Rainold von Châtillon, trat seine Nachfolge an. Er heiratete die reiche Königs-Witwe und tyrannisierte von da an die Handelsroute, an der Kerak liegt, griff Pilger an, überfiel arabische
Hafenstädte am Roten Meer und brach den Frieden mit Saladin.
Der sunnitische Sultan Saladin nahm die standhafte Burg 1188 nach Drohungen gegen Mekka schließlich ein und vertrieb die Kreuzritter. Von Châtillon wurde von Saladin persönlich getötet,
die meisten Kreuzfahrer kamen mit dem Leben davon.
Saladin ließ die Kriegsspuren beseitigen und die Burg ausbauen. 1263 wurde die Festung von den Mamluken erobert und als deren Hauptstadt nach deren Bedürfnissen ausgebaut.

Ab 1518 bis in die 1920er Jahre war Kerak unter osmanischer Herrschaft. In den 1880er Jahren wanderten viele Christen nach Ma`in und Madaba aus, da sich nach dem Abzug der
osmanischen Truppen zahlreiche Beduinenstämme um die Herrschaft stritten.
Die alte Kreuzritterburg wirkt wie ein verwinkeltes Labyrinth auf die vielen Besucher. Die unteren Bereiche der Burg sind noch sehr gut erhalten.
An klaren Tagen kann man vom Dach der Burg aus Jerusalem sehen, das von Kerak aus durch die Kreuzritter beschützt wurde. Was sehr interessant ist zu wissen: das Alter der Burgteile
erkennt man an der Farbe der Steine: die Kreuzritter verbauten rötlich-schwarze Basaltsteine, auf welche die muslimischen Nachfolger grau-gelbe Kalksteine setzten. 

Im Mittelalter war die Burg nur durch Felstunnel betretbar, weshalb sie leichter zu verteidigen war. Zu sehen gibt es für Sie noch eine Bäckerei, Esszimmer, Gefängnisse, die Reste einer
Kapelle und des mamlukischen Palastes.