Pella

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Pella

 

Pella liegt etwa 100 km nördlich von Amman. Die Stadt in der Provinz war bereits in der Neusteinzeit dauerhaft bewohnt. Pella liegt in einem fruchtbaren
Tal, von dessen Wasserquellen die Bewohner seit jeher profitierten. Im 4.Jhd. - zur Blütezeit Pellas während der byzantinischen Zeit- kamen viele Badegäste
nach Pella, da es in der Nähe Thermalquellen gibt. Damals fungierte die Stadt als Knotenpunkt für die Handelsrouten zwischen Europa und China.  
Zuerst hieß die Stadt noch Pihilium, wie sich aus einer 4.000 Jahre alten Schrift entnehmen lässt. 

Die Ägypter, die vor 4.000 Jahren (also in der Bronzezeit) das Ostjordanland regierten, trugen zur positiven Entwicklung des Handels und des Handwerks bei.
Es folgten griechische und römische Regenten. Pella war in der Antike eine von vier jordanischen Städten der zehn Dekapolis-Städte.
Neben Amman und Madaba gab es auch in Pella bis zuletzt einen römisch-katholischen (Titular-)Bischofsitz, da Pella Heimat vieler Christen war. Unter den
Byzantinern hatte die Stadt mit rund 25.000 Einwohnern ihre größte Ausdehnung erreicht. Die muslimischen Umayyaden bekämpften und besiegten
die Byzantiner Anfang des 7.Jhd. Sie hielten die Stadt über 100 Jahre. Aus dieser Zeit wurden in Pella teure Tonarbeiten gefunden, die in Jerash gefertigt
wurden.

747 wurde die Stadt bei einem Erdbeben stark beschädigt. Ein kleinerer, nicht mehr so wohlhabender Ort blieb unter abbasidischer und mamlukischer
Herrschaft bis ins 16.Jhd. bewohnt. Dann wurden den Einwohnern jedoch die Steuerabgaben zu hoch und sie verließen die Stadt.
In der näheren Umgebung wurden mamlukische Keramik-Stücke gefunden. 

 

Pella heute

Beduinen gründeten im 19.Jhd. das Dorf Tabaqat Fahl.
Einen sehr guten Ausblick auf die Ruinenstätte Pellas haben Sie vom Resthouse aus. Auf dem Gelände sehen Sie eine Basilika mit Atrium, die im
5. oder 6. Jhd. in frühbyzantinischem Stil gebaut wurden. Die Säulen, die Sie sehen, gehören zu dieser „Westbasilika“.
Unweit der Basilika wurde eine riesige Wasserzisterne ausgegraben, die vom großen Wasserreichtum in der Vergangenheit zeugt.
Ab etwa dem 7. Jhd. wurde es in der Gegend trockener, und die Zisterne wurde nicht mehr genutzt. 

Sie können auch die Treppen einer weiteren, dreischiffigen Basilika aus dem 5. Jhd. n.Chr. sehen. Von ihr stammen ebenfalls einige Säulen, die Sie
auf dem Platz sehen. Die Treppenstufen wurden dem Amphitheater entnommen.
In der frühen islamischen Zeit nutzten die Einwohner die Anbauten der Basilika als Stallungen für ihre Tiere.
Wie auch in Pompeji fand man in Pella Skelette, die darauf schließen lassen, dass die Menschen und Tiere vom großen Erdbeben überrascht wurden.
An einem Frauen-Skelett fand man ein Kleid mit edler, chinesischer Seide.

Verteilt auf dem Gelände stehen Grundmauern von Gebäuden aus verschiedenen Epochen (Antike bis Mamluken).
Zudem gibt es Reste eines Nymphäums (das sind sehr schöne Brunnen) und eines Badehauses aus griechisch-römischer Zeit zu bestaunen.