Umm Qais

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Wadi as-Sir

 

12 km von Amman, in einem grünen Ort namens Wadi as-Sir, liegt das etwa 180 v.Chr. erbaute „Qasr al-Abd“ (dt.: „Schloss des Sklaven“).
Das idyllisch gelegene Schloss ist umgeben von einem großen Burggraben. 

Genießen Sie die Fahrt durch die kleinen Dörfer und über die malerischen Landstraßen weiter nach „Iraq al-Amir“ (dt.: „Höhlen des Prinzen“).
Oberhalb des Dorfes besichtigen Sie in die Felsen gemeißelte Höhlen, die auch heute noch von Bewohnern des Dorfes als Ställe genutzt werden.
Inschriften an den Höhlen berichten von Tobia, der Mitte des 3. Jhd. v.Chr. das Oberhaupt der Tobiaden-Familie war.

 

Das Schloss

Einer lokalen Legende nach wurde das Schloss von einem Bürgerlichen namens Tobias gebaut, der damit den Vater seiner Herzensdame
beeindrucken wollte – leider vergebens.  Wahrscheinlich aber baute Hyrcanus (ein Tobiad) das Schloss für seinen ammonitischen König.

Die Tobiaden gehörten zur jüdischen, progriechischen Oberschicht etwa ab dem 5.Jhd. v.Chr. für rund 400 Jahre. Da der Bauherr Hyrcanus
aufgrund der militärischen Verluste seines Herren Selbstmord beging, wurde das obere Geschoss nicht ganz fertig gestellt.
Damals kämpften die Ptolemäer gegen die sich ausbreitenden Seleukiden. Es ist auch umstritten, ob das Schloss als Mausoleum für die
Tobiaden-Familie gebaut wurde, oder als Jagd-und Landschloss mit Vorratskammern. Für beide Theorien gibt es Hinweise.

Das pompöse, zweistöckige Gebäude wurde vor wenigen Jahren restauriert und vermischt orientalische und griechische Baustile.
Die Liebe zum Detail erkennt man auch heute noch: Panther, Löwen und Adler sind in passend gefärbten Steinen in die Mauern gesetzt.
Die verbauten Steinblöcke (Megalithen) wiegen bis zu 25 Tonnen. Es ist das einzige erhaltene hellenistische Schloss in der gesamten Region.
Auch das Qasr al-Abd wurde von den Erdbeben im 7. und 8. Jhd. angegriffen. 

Am Wegrand wachsen Südfrüchte, wie z.B. Granatapfel. Ein bisschen fühlt es sich an, als würde man in der Zeit zurückreisen.